CHINA: MOTOR DER ELEKTROMOBILITÄT

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05.11.2020

CHINA: MOTOR DER ELEKTROMOBILITÄT

Nachdem im ersten Halbjahr 2019 aufgrund einer Senkung der staatlichen Subventionen bereits ein Bremseffekt zu beobachten war, litt der Absatz von Elektrofahrzeugen in China unter der Coronakrise. Die Verkäufe an Endverbraucher gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um 42 Prozent zurück.

Diese Tendenz kehrte sich jedoch schnell wieder um, und seit Juli steigen die Verkaufszahlen wieder – ein Anzeichen dafür, dass die strukturelle Nachfrage nach wie vor hoch ist.

Quelle: InsideEVs, ev-volumes.com

Die jüngsten Äußerungen reiner Elektroautobauer wie die chinesischen Unternehmen Xpeng und NIO sowie das amerikanische Unternehmen Tesla deuten darauf hin, dass diese positive Tendenz anhalten könnte. Die Umsätze von Xpeng und NIO stiegen im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 229 respektive 100 Prozent. Hinter diesem kräftigen Nachfragesprung verbirgt sich eine strukturelle Tendenz, die von der staatlichen Politik massiv unterstützt wird.

Tatsächlich überarbeitete die chinesische Regierung im April 2020 ihr Subventionsprogramm für Elektrofahrzeuge. Mit dem neuen Programm werden die Subventionen bis 2022 verlängert, und die Senkung der Zuschüsse fällt geringer aus als anfänglich erwartet. Dieser Schritt passt dazu, dass die chinesische Politik wirklich verstärkt eine umweltfreundlichere Wirtschaft anstrebt.

Als Zeichen dafür, dass es nicht bei einer reinen Absichtserklärung bleiben soll, kündigte der chinesische Präsident Xi Jinping im September bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen an, dass sein Land bis zum Jahr 2060 klimaneutral werden wolle. Auf diese Ankündigung folgten sofort Taten, denn die Kommunistische Partei Chinas begann Ende Oktober, den 14. Fünfjahresplan (2021–2025) und die Ziele bis circa 2035 detailliert darzulegen, im Rahmen derer umweltfreundliche Industrien und neue Formen der Mobilität gefördert werden sollen.

Die jüngste offizielle Verlautbarung vom 2. November 2020 gab als Ziel eine Penetrationsrate von 20 Prozent Elektrofahrzeugen bis 2025 aus, die bislang nur 5 Prozent des Absatzes ausmachen, und vor allem den vollständigen Ausstieg aus Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2035. Auf den ersten Blick könnte dieser Plan weniger ehrgeizig scheinen als der ursprüngliche Textentwurf, der eine Penetration von 25 Prozent vorsah, jedoch ist er pragmatischer und liegt über den westlichen Schätzungen eines Anteils von circa 15 Prozent im Jahr 2025.

Die Entwicklung und Einführung von Elektrofahrzeugen ist zentraler Bestandteil des chinesischen Wirtschafts- und Umweltprogramms. Schon jetzt ist China der weltgrößte Markt für Elektrofahrzeuge (1,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2019, 52 Prozent des weltweiten Absatzes), und das Land dürfte weiterhin der Motor bei der großflächigen Einführung von Elektrofahrzeugen bleiben.

Für das Reich der Mitte ist dies auch eine Möglichkeit, einen großen Absatzmarkt für seine zahlreichen Akteure auf diesem Gebiet zu entwickeln, die massiv in Innovationen rund um Batterien und Stromspeicherung investieren, beispielsweise die chinesischen Batteriehersteller CATL und BYD, und langfristig eine Möglichkeit, Technologieführer mit internationalen Ambitionen aufzubauen.


Quelle: InsideEVs, ev-volumes.com, BNEF, China State Council, Macquarie Research, BofA Research, Firmen Daten.

3. November 2020, vom Fondsmanagement-Team des Mandarine Global Transition

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